Honorare bei Reden

6. Februar 2012 - 15:21 |

"Dienstlich" bin ich derzeit relativ viel für die Piratenpartei unterwegs. Aktuell sind das v.A. Vorträge "Was ist die Piratenpartei" oder "Welches Politikverständnis hat die Piratenpartei", z.T. auch spezifische Themen (bspw. über Datenschutz beim DDV oder über die Schwierigkeiten bei neuen Parteien beim RT182). Normalerweise gibt es bei solchen Veranstaltungen nichts, die Anreise findet auf private Kosten oder auf Parteikosten statt. Gelegentlich gibt es eine Reisekostenerstattung und in seltenen Ausnahmefällen ein Honorar.

Diese Honorare lasse ich normalerweise wieder in die Parteiarbeit fließen. Die Reisekostenabrechnungen decken eben nicht alle Kosten ab ... Und die Honorare ermöglichen es so, dass ich auch zu anderen Veranstaltungen reisen kann, bspw. vor Schulkassen sprechen oder bei studentischen Gruppen. Größere Geschenke oÄ lehne ich aus Prinzip ab.

Jetzt habe ich aber ein Honorar-Angebot, das ich eigentlich zu hoch finde. Der Vortrag wird einiges an Vorbereitung erfordern (er ist relativ lang, es gibt danach eine intensive Diskussion und Fragerunde. Und, anders als sonst, muss ich den Vortrag im Vorfeld ausformulieren, da ein Manuskript verlangt wird). Entsprechend wäre ich durchaus geneigt ein Honorar zu akzeptieren. Angeboten wurde jetzt aber ein Honorar von 2.000 Euro ... das liegt deutlich über der Gesamtsumme der bisherigen Honorare. Auf der Pro-Seite: Rechnet man die Vor- und Nachbereitung, ist das Honorar damit noch deutlich unterhalb der Gehälter für Beratertätigkeiten. Aber vermutlich ein Stück über dem, was mein Arbeitgeber für die Arbeitszeit berechnen würde. Auch entspricht das Honorar dem, was der Einladende üblicherweise zahlt - es ist ein größerer Kongress, alle Redner erhalten ein entsprechendes Honorar.

Auf der Contra-Seite: Dennoch habe ich dabei ein nur begrenzt gutes Gefühl. Sicher, das ist noch ein gutes Stück von 10k € für einen Vortrag entfernt (wobei es z.T. noch deutlich höhere Vortrags-Honorare für Politiker gab). Also was tun ... den Vortrag ganz abzusagen halte ich für unklug. Welche Alternativen gibt es sonst noch?

  1. Den Veranstalter um ein niedrigeres Honorar bitten. Erfahrungsgemäß mögen das allerdings nicht alle Veranstalter, da manchmal der Eindruck entsteht, man würde ihnen Korruption vorwerfen.
  2. Ein Teil des Geldes spenden. Meine erste Idee war einen oder mehrere Vereine zu unterstützen, eventuell auch einem (mir bekannten) Piraten mit finanziellen Problemen zu helfen.
  3. Ein Teil des Geldes der Partei spenden ... dabei habe ich ein schlechtes Gefühl, die eigentliche Problematik (Beeinflussung durch höhere Gehälter) wird dadurch ja nicht umgangen.

Also - was meint ihr?

edit: Das bisherige Feedback ... alle waren dafür das Honorar anzunehmen, niemand für eine Reduktion. Etwa die Waage gehalten hat sich das Feedback zwischen "Behalt das Geld und gib es aus wie sinnvoll" und "Spende alles was über Unkosten hinaus geht". Ein relativ großer Teil ginge bei der Annahme allerdings davon aus, dass meine Parteikosten das Honorar eh auffressen (was stimmt). Bei den Spenden war die Mehrheit für Vereine, ein kleinerer Teil für die Partei. 

Insgesamt würde ich es so interpretieren: Wichtig ist Transparenz über Honorare. Die Verwendung zur Deckung von "Parteikosten" ist okay. Wenn aber insgesamt tatsächlich Gewinn entsteht, sollte ich diesen zumindest anteilig spenden. Und ich werde wohl demnächst mal mit einem Steuerberater reden müssen wg. der korrekten Abrechnung dieser Einnahmen.

Und da die Frage kam: Wenn ich prinzipielle Einwände gegen den Veranstalter hätte, würde ich die Veranstaltung nicht besuchen. Da ist das Honorar dann auch egal.

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  1. Slash (nicht überprüft) on 21. Februar 2012 - 1:18

    Egal, wie du dich entscheidest: Den wichtigsten Schritt hast du mit der prohpylaktischen Veröffentlichung bereits getan. Wie auch immer geartet du dich darüber hinaus entscheidest, kann's nur noch halb so wild sein, weil für jede einnehmbare Position gültige Argumente und Gegenargumente existieren.

    Was würd' ich machen ? Spielt eigentlich keine Rolle, weil nur Mehrheitsentscheide dahingehend Gewicht haben, aber sei's drum:
    Ich würde... ich würd' 40 % der Piratenpartei spenden und den Rest behalten.

  2. Dee Kay (nicht überprüft) on 14. Februar 2012 - 10:40

    Die transparente Fragestellung finde ich vorbildlich.
    (Diese neidgetriebene Einzelmeinung dagegen ist für mich niveaulos und nicht konstruktiv)

    Ich würde Deine Kosten abdecken:
    - Reise & Nebenkosten
    - Erstellungskosten (100 Euro/Tag)

    Begründung:
    Als Vorsitzender des Bundesvorstand hast Du definierte Aufgaben ehrenamtlich übernommen.
    Ehrenamtlich bedeutet, dass ein anfallender Aufwand ersetzt wird, die eigentliche, aufgewendete Zeit aber freiwillig zur Verfügung gestellt wird.
    Da es nicht zu deinen definierten Aufgaben gehört einen Vortrag zu erstellen, gehört dieser Teil zum Aufwand und sollte ersetzt werden.
    Den Vortrag selbst sehe ich dagegen schon als definierte Aufgabe.

    Ich würde den Rest an die Piratenpartei spenden.

    Begründung:
    Nur aufgrund des Amtes und der definierten Aufgaben des Vorsitzenden kommt es überhaupt zu dem Vortrag.
    Deshalb sollte auch die Partei von der ehrenamtlichen Arbeit des Vorsitzenden profitieren.
    In vielen Fällen entwickelt sich der Profit für die Partei in Form von Wählerstimmen, neuen Parteimitgliedern und öffentlichem Ansehen.
    In manchen Fällen, wie in diesem, darüber hinaus auch monetär.
    Beides muss der Partei zu Gute kommen.

  3. Gast (nicht überprüft) on 7. Februar 2012 - 3:16

    RT182 ist nicht wirklich ein exklusiver Club für Männer unter 40, oder?

  4. Carsten Edel (nicht überprüft) on 7. Februar 2012 - 0:57

    Da gibt es mehrere Gründe, weshalb ich Bedenken habe, dass solch eine Veranstaltung ein Oberpirat/-in wahrnimmt:

    Teilnehmerkreis:

    1. Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi in der DDR Dr. und RA Gregor Gysi und seine grundsätzliche Einstellung zur gelebten "Freiheit" hinter Mauern?

    2. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und Ihre Einstellung zu ACTA, die im Gegensatz zu denen der Piraten liegen.

    3. Erneute Anbiederung an ranghohe Parteienvertreter der etablierten Parteien ohne wirklichen Nutzen für die Piraten.

    4. Außenwirkung Öffentlichkeit: "Ostseebad Boltenhagen kennt Wulff sicher auch?" - "Arbeitnehmervertreterkongreß" im Luxushotel, ein Widerspruch in sich? - Interessante Impressionen dazu unter:
    http://www.sommertagung.info/upload/pdf/Praesentation_weisse_Wiek_Bolten...

    5. Fachliche Eignung zum Arbeitnehmervertreterkongreß: Logisch ein Rechtsanwalt oder ein Betriebsratsmitglied bzw. Spezialist für Arbeitsrecht hat die; welche fachliche Eignung / Erfahrung hast Du, damit Du da mithalten kannst? Wäre da nicht eine Entsendung eines Arbeitsgruppenleiters BGE etc. / Delegierung sinnvoller, die Piratenpartei hat solche Spezialisten.

    6. Reisekosten / Honorar / Unterbringung für die Veranstaltung etc., wie wird das finanziert /refinanziert / Erlöse abgerechnet?

    7. Ich rechne nicht mit einer Wiederwahl von Dir, Sebastian Nerz beim BPT Neumünster. Ich sehe Deine Schwerpunkte in der Tätigkeit von Dir nicht an den wichtigsten Baustellen der Partei, den strukturellen Aufbau der Basis ganz unten, wie z.B. Etablierung von KV´en, gewisse "undurchlässige Seilschaften" gefallen vielen nicht.

    8. Der Nährwert für die Piraten (Öffentlichkeitswirkung/Multiplikatoren) der Veranstaltung "Boltenhagen" ist maginal, ich würde dort nicht hingehen und eher öffentlichkeitswirksam "absagen", bringt mehr.
    Ich wünsche mir einen Neukandidat zum Oberpirat(in) für frischen Wind, nein Sturm! Ich muß es dabei auch nicht sein, es gibt auch andere.

    Ich schätze Dich als freundlichen Menschen und Pirat, doch laß doch mal die Sau raus. Pressemitteilungen über eine Entschuldigungen bei Herrn Zierke vom BKA sind unplaziert, dieser Kuschelkurs macht mich echt sauer! Wir kämpfen hier für: "Klarmachen zum Ändern!" und nicht ich bin ein netter Schwiegersohn!

    Ich wünschte mir Afelia könnte diese Aufgabe weiterhin übernehmen - wir brauchen hier weiterhin eine(n) starken Auftritt.

    Den von Dir erwähnten Auftritt bei einem Polizeikongress bringt doch ehrlich gesagt genau so viel, wie wenn Du bei der Bundeswehrhochschule des Bundesverteidigungsministeriums, wo Dein Vize Bernd Schlömer wohl als Beamter auf Lebenszeit tätig ist, eine Rede hälst, das Soldaten Mörder sind.

    Der Beamte schlicht weg, macht was ihm befohlen ist und nicht das was er sich wünscht. Mein Vater war Beamter, ich weiß wovon ich rede und seine Dienstanweisungen zum Verhalten in der Öffentlichkeit (eingeschränke Entfaltungsmöglichkeiten) sind mir nicht unbekannt. Daher bin ich Freiberufler, obwohl das weiche Beamtenbett schon mir mich gemacht war, ich wollte aber nicht schlafen.

    Aufwachen!!! - Wir sind im Wahlkampf!
    Wir brauchen akut Unterstützungsunterschriften und Kandidaten sonst gibt´s ein Debakel für die Piraten. Der strukturelle Aufbau der Basis ist verpennt oder blockiert worden, nix gelernt aus Berlin?

  5. Carsten Edel (nicht überprüft) on 7. Februar 2012 - 1:07

    http://www.sommertagung.info/upload/pdf/Praesentation_weisse_Wiek_Bolten...

    Den Link wurde nur verkürzt dargestellt daher hier nochmal:

    http://www.sommertagung.info/
    upload/pdf/
    Praesentation_weisse_Wiek_
    Boltenhagen.pdf

  6. Carsten Edel (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 20:00

    http://www.sommertagung.info/

  7. tirsales on 6. Februar 2012 - 20:35

    Ach so. Verzeih, wenn ich den Ort nicht im Kopf hatte und ich mit der Einladung zu einem Betriebsratskongress nicht gerade einen Meeresurlaub verbinde.

    Aber wie zur Hölle kommst Du überhaupt darauf, dass es sich dabei um einen zwei-tägigen Meeresurlaub handelt? Es ist ein Kongress für Betriebsräte. In diesem Kongress reden u.A. auch Politiker über aktuelle Themen.

    Soweit mir derzeit bekannt ist, werde ich keine zwei Tage vor Ort sein. Ich werde dort auch kaum entspannen können, geschweige denn einen Urlaub haben. Anreisen, Vortrag halten, Fragen beantworten, eventuell noch eine Weile vor Ort sein um direkte Gespräche zu führen, dann wieder abreisen. So zumindest meine aktuelle Planung, aber ich habe keine Ahnung ob es noch Diskussionsveranstaltungen im Rahmenprogramm gibt. Eine Abschlussdebatte war im Gespräch, aber ich kenne den aktuellen Stand nicht.

    Oder stört Dich, dass der Kongress nach dem BPT ist? Bei meiner Zusage habe ich der Orga bereits mitgeteilt, dass wir im Vorfeld einen BPT haben. Und das es dort Neuwahlen gibt. Und das ich im Falle meiner Abwahl meinem Nachfolger die Veranstaltung antragen werde, ich dies aber nicht fest zusagen kann. Falls ich wiedergewählt werde oder aus anderen Gründen (bspw. im Auftrag des neuen BuVo) fahre, würde ich dort die Piratenpartei vorstellen und über Veränderungen durch die Digitalisierung reden.

    Ich habe noch mehr Veranstaltungen nach dem BPT. Es gab bspw. eine Einladung zu einem Polizeikongress. Auch dort habe ich unter Vorbehalt zugesagt, auf den BPT verwiesen und gemeint, dass die letztendliche Entscheidung der neue BuVo trifft. So ist das mit der langfristigen Planung ;-)

    Und ja, die Bundesjustizministerin wird auch vor Ort sein. Genauso wie Gregor Gysi, eine Vertreterin des Bundesarbeitsgerichtes oder diverse andere Juristen, Politiker, etc. Mit Herrn Gysi diskutiere ich auch am kommenden Wochenende in Augsburg. Augsburg ist ebenfalls eine schöne Stadt, macht das die Podiumsdiskussion jetzt zum Urlaub?

  8. Hora (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 19:40

    Hallo Sebastian,

    ich bin der Meinung, du solltest das Honorar annehmen. Warum? Ganz einfach und pragmatisch: Du machst den Job des Parteivorsitzenden ehrenamtlich und hast daher Verdienstausfälle. Deshalb ist es in meinen Augen gerechtfertigt, wenn du den Schaden, der dir dadurch entsteht, minderst in dem du Honorare annimmst, die dir angeboten werden. Ob du welche verlangst, überlasse ich dir...

    Den Kritiker, die sagen, du erhälst diese Angebot nur wegen deines Postens, kannst du entgegenen, dass sie dann bitte die Satzung so ändern sollen, dass der Job eine bezahlte Vollzeitstelle wird und ein Bundesvorstand davon leben kann. Dann brauchst du die Honorare nicht mehr selbst und sie können an die Partei gehen.

    Solange aber von Vorständen Selbstausbeutung verlangt wird, sollten sie auch "Vorteile" davon haben dürfen.

    Piratige Grüße,

    Holger

  9. Carsten Edel (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 19:35

    Heißt das, Du distanzierst Dich damit offiziell von der mit Dir gebuchten Veranstaltung vom 18. - 22. Juni 2012, da Frau Leutheusser-Schnarrenberger auch alleine mit der FDP dort baden gehen kann, im Ostseebad Boltenhagen / Weiße Wiek? Oder magst Du weiterhin auch einen Baden gehen Urlaub?

  10. tirsales on 6. Februar 2012 - 19:40

    Ich habe keine Ahnung von was Du redest. Vielleicht magst Du das mal etwas genauer spezifizieren?

  11. Carsten Edel (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 19:07

    @CarstenEdel Soeben getwittert:

    @tirsales Um was für eine Veranstaltung handelt es sich genau und welche Gesprächspartner werden dort sein? Abstimmung nur bei Transparenz!

    @tirsales Wulffurlaub Boltenhagen? Sofort absagen! Frau Leutheusser-Schnarrenberger ist kein Gesprächspartner bei Ihrer Haltung zu ACTA!

  12. tirsales on 6. Februar 2012 - 19:10

    Es geht um einen größeren Kongress im Inland, keine Angst: Ist keine Urlaubsveranstaltung ;-)

    Und ich habe meine Gesprächspartner bislang immer veröffentlicht. Da es mir hier aber um eine allgemeine Bewertung geht und nicht um einen Spezialfall, bringt das hier nichts. Wird aber natürlich noch geschehen, keine Angst.

  13. Cifer (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 16:02

    Option 2 mit einer möglichst universell als gemeinnützig anerkannten Organisation ist sicherlich die unverfänglichste Variante, aber auch ein "Aufrechnen" mit unbezahlten Vorträgen wie von HH_Pirat und Bastian_Haas vorgeschlagen fände ich völlig akzeptabel.

  14. Peter (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 15:49

    ... Deinen Einsatz für die Sache, die Du tust - ganz einfach.

    Wenn man wie Du, die anderen BuVos und viele mittlerweile öffentlich gefragte Parteimitglieder den Punkt erreicht, an dem man als Person und Redner einen geldwerten Gegenwert darstellt, steht man an einem Scheideweg.

    Ich selber habe 6 Jahre lang als angestellter Unternehmensberater gearbeitet und dabei stiegt mein Tagessatz zunehmend und die Nachfrage nach mir als Coach und Trainer ebenso.

    Von diesem exponentiellen Effekt habe ich pekuniär nur unterdurchschnittlich profitiert. Die Folge waren - trotz hoher Identifikation mit dem Unternehmen - Unzufriedenheit und Frust. Letztlich bin ich gegangen und habe mich selbstständig gemacht.

    In Deinem Fall besteht dieses Risiko - alle guten Vorsätze und Wesenszüge einbezogen - ganz bestimmt ebenso, es ist ein menschlicher Faktor.

    Im Sinne der Partei, Deiner geleisteten Arbeit und nicht zuletzt der Honoratioren wäre es daher sicherlich sinnig und angemessen, wenn Du die Dotation in dieser Höhe belässt und Deinen "Marktwert" somit im Auge behälst.

    Im Sinne Deines persönlichen Entwicklungsprozesses und Deiner Zufriedenheit solltest Du den Betrag für Dich vereinnahmen.

    Wenn Du prinzipiell etwas abgeben willst, solltest Du (solltet Ihr?) eine feste Regel aufstellen, zu wieviel % Du ab sofort und zukünftig von Honoraren an die Partei abführen willst. Dann brauchst Du nämlich nur noch zu sagen:

    "Abzüglich aller Spesen und Auslagen blieb' ein Honorar von X EUR"

    Wieviel davon an Dich geht, ist dann klar; wieviel Du der Partei überlässt, auch. Willst Du diesen Satz ändern, kannst Du das jederzeit mit der Argumentation tuen, inwieweit die dann fälligen Honorare Deine persönliche Qualifikation oder Dein Amt betreffen.

    Bedenke dabei auch, dass Deine Maßgabe sicherlich Vorbildfunktion für andere Parteimitglieder haben wird.

    Mein Tagessatz sind 500 EUR - dieser Rat war aber umsonst ;-)

  15. Hekate (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 15:48

    Ich bin auch der Meinung, du solltest das Honorar annehmen. Du erbringst eine entsprechende Gegenleistung dafür, so ein Vortrag baut sich nicht von allein. Notier dir mal die Stunden (inkl. Vorbereitung, An-Abfahrt) für deine Vorträge, und vergleiche die Summe mit der Summe der Honorare. Ich glaube nicht, dass du da unter dem Strich auf einen nennenswerten Stundenlohn kommst.

  16. DanielaKayB (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 15:42

    Wenn Du nur ein Problem mit der *Höhe* des Honorars hast, und nicht mit der Veranstaltung, den Veranstaltern oder den anderen Rednern, kannst Du meines Erachtens das angebotene Honorar annehmen.

    Ich habe auch kein Problem damit, wenn Honorare im Allgemeinen in Deine "Kriegskasse" fließe.
    Und wenn ein Honorar so astronomisch hoch ist, dass Du dabei kein gutes Gefühl hast, dann ist spenden eine gute Idee. Ob der Partei, oder einer anderen Organisation, die Du für würdig hältst, macht eigentlich keine Unterschied.

    Ich habe in puncto Honorare ein gewisses Problem mit der Erwartungshaltung, die einige Leute in der Partei zu haben scheinen.

    Nur weil in der Vergangenheit einige Honorare der Partei gespendet wurden, ist das kein Grund, Dollarzeichen in den Augen zu haben, sobald einer von uns in irgendeine Kamera spricht.

    Unsere "Honorar-Empfänger" *müssen* das Geld nicht spenden, und es ist auch nicht gierig, wenn sie es nicht spenden.

    Wenn das Geld wieder in die Parteiarbeit fließt: Gut.
    Aber selbst wenn Du Dir von den Honoraren eine Putzfrau einstellen würdest, die Dir Deine wegen der Parteiarbeit vernachlässigte Wohnung putzt, dann wäre das für mich völlig in Ordnung.

    LG
    Daniela

  17. HanseNico (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 15:42

    Ich finde es völlig legitim für seine Arbeit auch bezahlt zu werden. So ein Vortrag ist schließlich mit einigem Aufwand verbunden und sollte grundsätzlich honoriert werden. Wenn Du das für Schulklassen und sonstige Einrichtungen, die ggf. nicht in der Lage sind ein Honorar zu bezahlen, kostenfrei machst spricht das für einen guten Charakter, ist aber nicht selbstverständlich.

    Auch solange sich das Honorar im viel zitierten "üblichen Rahmen" bewegt ist da keinerlei ungerechtfertigter Vorteilsnahme oder ähnliches zu erkennen, wobei hier ohnehin fraglich ist, ob ein Parteivorsitzender sich so etwas überhaupt schuldig machen kann Anders sieht das bei gewählten Volksvertretern aus.

    Was Du mit dem Geld hinterher machst ist allein Deine Sache. Meines Erachtens kann Dir niemand vorwerfen, wenn Du Dir davon nen neuen Laptop oder was auch immer kaufst. Natürlich kannst Du das auch spenden wenn Dir das lieber ist. Auch eine Parteispende halte ich für völlig legitim wenn das die Organisation ist, die Dir besonders am Herzen liegt.

  18. Stefen Wörlitz (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 15:38

    Hallo Sebastian,

    danke für deine Transparenz.
    2000€ für einen Vortrag klingt natürlich erstmal gewaltig.

    Einen umfassenden Redebeitrag gut vorzubereiten kann ja leicht mal 2 Arbeitstage erfordern.
    Dazu der Zeitaufwand für den Vortrag /die Diskussion selbst, An-/Abreise.
    Das sind dann schonmal 3 Arbeitstage.

    Zieht man jetzt noch die anfallende Einkommenssteuer ab relativiert sich der Betrag schon deutlich.

    Da du zu dem Beitrag nicht als Sebastian Nerz sondern als Parteivorsitzender geladen bist fände ich es fair nach obigen Abzügen den Restbetrag der Piratenpartei zu spenden.
    Die Problematik der Beeinflussung sehe ich nicht.

    Gruss Steffen

  19. Bastian Haas (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 15:35

    Wie HH_Pirat und Überschuss halbjährlich oder sonstwie gemeinnützig Spenden (Kinderkrebshilfe o.ä.)

  20. HH_Pirat (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 15:28

    Einfach genauestens Buch über solcherlei Einnahmen führen und diese auch nur für genau solcherlei Aufwände (Fahrten, Druckerpatronen, Papier etc) ausgeben. Wird sich schon hin- und herrechnen, solange du den Überblick behältst. Und wenn die Kohle wirklich irgendwann mal zuviel wird kannst du auch aus Eigeninitiative Vorträge mit den Mitteln auf die Beine stellen.

  21. Aleks Lessmann (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 15:27

    Finde das Honorar in Ordnung. Entspricht dem Üblichen in der freien Wirtschaft (so unteres Niveau).

    Behalt's, denn es wird eh in unbezahlte Arbeit für die Piraten reingesteckt.

    Schönen Gruß
    Aleks

  22. Checkinger (nicht überprüft) on 8. Februar 2012 - 1:42

    Es kommt darauf an, welchen Hut ER bei diesem Kongress aufhat:

    A Experte für Arbeitsrecht als Redner auf einem Fortbildungs-Kongress für Betriebsräte
    oder
    B BuV der Piratenpartei als Lockvogel für Teuerveranstaltung für Edel-Betriebsräte der ERGO-Versicherung

    Im Fall A kann ER 100% des Honorars behalten
    Im Fall B kann er Spesen plus Aufwandspauschale 75 EUR / Std. behalten. Der Rest geht an AG=PP

    Politisch wäre mit den Betriebsräten jedenfalls dringend über das Thema Leiharbeit-Gleicher-Lohn-für-gleiche-Arbeit zu sprechen...

  23. tirsales on 8. Februar 2012 - 1:43

    Das die Veranstaltung aus dem Blogbeitrag - also die mit dem Honorar - absolut NICHTS mit dem Betriebsrats-Kongress zu tun hat, das ist dir schon klar, oder?

  24. Checkinger (nicht überprüft) on 8. Februar 2012 - 21:52

    Sorry, aber um welche Veranstaltung gehts denn? Ich habs wohl einfach überlesen... Ist aber auch wurscht. Was ich sagen will ist: Welchen Hut hast Du bei der Honorar-Veranstaltung auf ? Gehts Du da nun als Piraten-Häuptling hin oder als sonstiger Kompetenzträger (IT-Entwickler?) ? Bastian, ich be-wundere Dich ein bisschen, aber beneiden tue ich Dich -gerade wegen dem Tanz auf Messers Schneide zwischen Person und Partei- nicht ! Ich finde es jedenfalls schon gut, dass wir Dich beraten dürfen. Weiter so !

  25. tirsales on 8. Februar 2012 - 22:10

    Wie gesagt: Ich will das Problem allgemein besprechen, nicht auf einen konkreten Fall bezogen. Und sobald ich eine konkrete Veranstaltung nenne, wird es nur noch auf diesen Fall bezogen.
    Eingeladen bin ich da als Piraten-BuVo, also als Politiker. Wäre ich als ITler vor Ort, ginge das eh über meinen Arbeitgeber und wäre nicht mein Problem ;-)

    Keine Angst: Ich mache vor der Veranstaltung diese noch öffentlich. Über Honorare informiere ich eh immer ;-)

  26. Checkinger (nicht überprüft) on 8. Februar 2012 - 22:33

    Wir -die Piraten- sind in diesem Fall Dein Arbeitgeber. Dein Honorar steht somit zu 100% der Partei zu.

    Davon erstatten wir -die Partei- Dir -bis zu 100% des Honorars- gegen Nachweis: die Spesen plus eine angemessene Aufwandsentschädigung, also (Stundensatz_aktive_Arbeit*Stunden) plus (Stundensatz_Fahrzeit*Stunden) plus (Fahrtkosten) plus (Unterkunft und Verpflegung).

    Wenn Du das Honorar für Deinen Vortrag schlecht verhandelst, zahlst Du also drauf (da Erstattung maximal 100% v. Honorar). Wenn Du gut verhandelst, bekommst Du alle Kosten erstattet und zuzüglich eine angemessene Aufwandsentschädigung -und die Partei hat auch noch was davon..

    Ich finde es gut und richtig, die Diskussion zunächst allgemein zu führen -ohne Bezug zum aktuellen Anlass.

    Wenn es nach mir geht, ist es immer eine Frage des : Welchen Hut hat ER gerade auf ?

    Der Alex

  27. Piratig (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 15:39

    Hallo Meister,..

    im ZeitAlter der WULFF-Wirtschaft muß man sowas gut überlegen.

    Klar ist:
    1. Der Vortrag ist Arbeit - eher außerhalb von PirPar.
    2. Zum Vortrag kam es nur wegen PirPar.
    3. Eigene Regeln kann man hier nicht machen, da hier nicht Nerz sondern tirsales gefragt ist.

    Also:
    1. Sofern es nicht ParteiArbeit behindert, ist Vortrag okay.
    2. Inwieweit man für PirPar repräsentativ angesehen wird, ist auch noch wichtig.
    3. Zuerst aber wäre Abrechnung als Arbeits nach eigenen Normalstunden sinnvoll.
    4. Klar der Rest PirPar - arm genug ist die,.. und andere haben an Deinem "Ruhm" ja heftig mitgearbeitet.

    Alternative: eigene Meinungen überlegen, Amt zurückgeben... und einfach konsequent eigene Brötchen backen. Guten Appetit!

  28. pyth (nicht überprüft) on 6. Februar 2012 - 18:05

    Das ist nicht dein ernst? Er soll aufgrund des Angebotes sein Amt zurückgeben? Manchmal Frage ich mich ja was in so einigen Köpfen vorgeht.

  29. canoodle (nicht überprüft) on 7. Februar 2012 - 14:39

    Lieber Sebastian,

    ich finde es gut dass Du Dir darüber Gedanken machst und diese Gedanken öffentlich zur Diskussion stellst.

    Damit gehst Du schon um einiges transparenter mit dem Thema Geld um als 99% der Politiker unseres Landes, welche ihr Vertrauen größtenteils verspielt haben.

    Meine Meinung: Du musst es nicht so radikal angehen wie Mark Boyle, aber wie Karld Rabeder wäre gut. (ex Millionär, googel mal!)

    Rechne dir aus, was du im Monat "eingenommen" hast, behalte 800€ und geb den Rest der Parteikasse.

    Bitte bestätige das auch so den anderen BuVos und halte dieses Faktum im wiki fest.

    So stellst Du (einigermaßen) sicher, dass das Geld deinen Geist nicht vergiften wird.

    Was ja die Krux aller z.Z. im Bundestag sitzenden Abgeordneten mit ihren 20 Aufsichtsratsposten von dem Sie keinen einzigen wirklich ernsthaft betreiben ist.

    Nur so kannst Du dich von der CSU (der Du ja auch ein mal angehört hast) deutlich unterscheiden.

    Tut mir leid aber das ist meine Meinung.

    :)

    Geld lockt. Auch ohne lange schöne Haare.

    ps: Mir reicht diese pauschale übersicht der finanzen der Piratenpartei leider nicht.

    Ich fände es schön, wenn jeder Pirat per e-mail ein mal im Jahr informiert wird, wo GENAU jeder einzelne seiner 36€ hingeflossen ist.

    Das wäre auch ein DEUTLICHER Unterschied, zu den anderen Parteien. Welche ihre Gelder auch gern mal in die Schweiz verlagern.

  30. Gast (nicht überprüft) on 7. Februar 2012 - 14:40

    desweiteren sollten die technischen möglichkeiten eine derartige transparenz, ohne großartigen aufwand, möglich machen.

  31. Gast (nicht überprüft) on 9. Februar 2012 - 20:52

    Lieber Sebastian,

    transparent darlegen (hast du gemacht) und dann annehmen. Spenden sind immer freiwillig, du kannst es machen, kannst es aber auch sein lassen.
    Soweit ich weiß bist Du kein Angestellter und bekommst von der Partei nur eine Aufwandsentschädigung für Reisen etc. Wahrscheinlich liegt die sogar unter den tatsächlichen Aufwendungen. Ein Leben unterwegs ist eben doch auch teurer und ne Quittung wird immer einmal vergessen = eigene Tasche.
    Computer, Telekommunikationskosten, Verdienstausfall. Das trägst wahrscheinlich Du selber. Dann scheint das Honorar fest zu stehen. Du hast es also nicht ausgehandelt. Ja und in Honoraren ist manchmal auch die aufwendige Vorarbeit und ein zuvor geleistetes Studium enthalten.

    Es sei Dir gegönnt!
    Die Sache sähe für mich übrigens ganz anders aus, wärest Du angestellter Geschäftsführer. Dann hättest Du m.E. Anspruch auf Arbeitszeitausgleich + Reisekosten, solltest aber das Honorar abführen.

    Phil-Wendland