Gedanken zu weiteren Kandidaturen

6. April 2011 - 14:08 |

Ich wurde in letzter Zeit mehrfach gebeten, für den Bundesvorstand, den Landesvorstand oder das Bundesschiedsgericht zu kandidieren oder mich auf programmatische Arbeit zu beschränken. Vereinzelt wurde ich auch gebeten mich aus der aktiven Arbeit zurück zu ziehen und (bislang einmal) aus der Partei auszutreten.

Letzteres könnt ihr relativ einfach erreichen - eine Partei, die für beliebige Themen steht, die Einfachheit über demokratische Prinzipien stellt oder die Verschwörungstheorien und wilden Utopien nachjagd, die ist mir die Zeit nicht wert. Wenn die Piraten also beschließen, dass man die Lösung aller globaler Probleme in 3 Sätzen formulieren kann und dass Nullpunktenergie eine tolle Sache ist, mache ich die Fliege. Bislang steht das allerdings nicht zu befürchten ;) (Wobei ich auch die Theorien zu einer globalisierten Welt mit streng regionalen Wirtschaftskreisläufen ein wenig … seltsam … finde und bei manchen Piraten den Eindruck habe, dass sie lieber einen Verein als eine Partei hätten)

Ich habe seit meinem Eintritt im Juni 2009 so ziemlich meine gesamte freie Zeit in die Partei gesteckt. Das war im Schnitt dauerhaft weit mehr als eine reguläre Vollzeitstelle ;) Will ich das weiter machen? Kommt drauf an – wenn es etwas nützt gerne. Wenn ich mich nur verbrenne, dann nicht. Ich kann mir für die Partei und für mich sinnvolleres vorstellen, als das ich meine Zeit im Streit verbringe ;)

Die Arbeit im Landesvorstand BaWü oder davor als Ansprechpartner der AG Landespolitik BaWü habe ich sehr genossen - denn es war eine konstruktive Arbeit. Viel Zeit, viel Frust und Stress, aber auch viele Möglichkeiten etwas zu bewegen. Auf dieser Art würde ich gerne weiter arbeiten.

Gerade versuche ich herauszufinden, ob eine solche Arbeit auf Bundesebene möglich wäre. Daher auch meine etwas deutlicheren Aussagen zu manchen Themen - wenn ihr mehr von mir wisst … wollt ihr mich dann noch im BuVo? Oder gabs nur Missverständnisse darüber, wer ich bin? Unterstützt eine ausreichend große Mehrheit bsp. eine stärkere Professionalisierung der Partei oder ist der Mehrheit das Bier am Camp wichtiger?

Kann ich im Land besser arbeiten oder im Bund? Oder sollte ich mich besser aus der ersten Reihe zurückziehen und beobachten bzw. meine Zeit anders einbringen?

Eins kann ich übrigens versichern: Ich stehe nicht für das Schiedsgericht zur Verfügung. Ich halte viel von einer Trennung der Gerichte und der Vorstände - ein direkter Wechsel zwischen diesen beiden Organen sollte daher die Ausnahme sein. Zudem glaube ich nicht, dass ich die notwendigen Fähigkeiten für das BSG habe oder auch nur der richtige Charakter dafür bin ;)

Und ich kann versichern, dass ich kein einfacher Mensch bin. Egal ob als Basispirat, als Landesvorstand oder als Bundesvorstand - ich will nicht bequem sein. Ich will mich nicht auf einfache Wege zurückziehen - sondern ich will, dass wir gut sind.

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  1. Moni (nicht überprüft) on 6. April 2011 - 21:17

    Wir sind oft nicht einer Meinung sind (bei LQFB werden wir uns nie einig sein ;)), aber du hast eine Eigenschaft, die ich bei anderen vermisse, du bringst auch denen, die deine Meinung sehr kritisch sehen, Respekt entgegen. Es macht direkt Spaß, sich mit dir zu streiten.

    Trotz allem Streit über ein Tool sind wir dennoch öfters einer Meinung, oh Schreck, dabei bin ich doch ein Berliner Pirat.

    Meine Vorstellungen von einem BuVo kennst du, wenn du dich dazu entscheiden kannst, gut, aber die Fragen, die du dir gestellt hast, musst du dir selbst beantworten, das kann niemand sonst für dich tun.

    Moni

  2. Aleks A (nicht überprüft) on 6. April 2011 - 14:32

    Nun, meine Meinung kennst du ja.

    Gerade eine moderate, integrative Figur ist das, was wir als Vorsitzender brauchen. Jemand, der auch bereit ist, sich hintanstellen für das wohl der Partei. Aber jemand, der Reden kann und gegenüber Medien eine gute Figur macht. Du bist keine "kamerageile Person" und trotzdem eine "Rampensau".

    All das (und mehr) sehe ich in dir.

    Ja, du reagierst manchmal emotional. Das tu ich auch. Ich arbeite jedoch daran, mir auf die Lippen zu beißen und weniger Spitz zu formulieren - nach Innen. Das solltest du auch :-D

    Emotionen sind aber gut, sie zeigen Einsatz, sie zeigen Menschlichtkeit. Beides braucht heutige Politik.

    Persönlich bin ich überzeugt, dass du ein guter Vorsitzender wirst, der Partei außerordentlich gut tun wirst, und dass mit dir die Partei wachsen kann.

    Schönen Gruß
    Aleks