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Meine Rede beim Hambacher Fest 2011

19. März 2011 - 21:43 |

Beim Hambacher Fest 2.0 der Piratenpartei Rheinland-Pfalz habe ich eine kleine Rede gehalten. Wie immer hier das Manuskript und wie immer gilt das gesprochene Wort ;)
Hallo Piraten,
ich sage Piraten - aber ich meine damit jeden Einzelnen von euch, der hier steht. Wir sind alle Piraten im Geiste, denn wir kämpfen für unsere Rechte!
Wir stehen hier an historisch bedeutsamer Stelle. Vor fast 180 Jahren versammelten sich hier die Menschen um ein Zeichen zu setzen. Sie kämpften für Demokratie und Meinungsfreiheit und sie kämpften gegen Unterdrückung. Sie mussten damit rechnen, dass sie deswegen verfolgt wurden und sie mussten damit rechnen, dass sie sterben - aber diese Rechte waren ihnen wichtiger. 
So wie sich damals diese Menschen einsetzten, so kämpfen heute die Menschen in Tunesien und Ägypten. Sie kämpfen dafür, in einer freien Gesellschaft aufzuwachsen und sie haben unseren Respekt und unsere Unterstützung verdient! Im Geiste des Hambacher Festes müssen wir die Menschen in den arabischen Ländern unterstützen!
Und so wie die Menschen hier starben, so sterben die Menschen in Libyen und Barain. Sie sterben für eine freie Gesellschaft und sie sterben, weil sie gegen Diktatur und Unterdrückung angehen. Und sie haben es verdient, dass wir sie nicht vergessen und nicht ignorieren!
Wir aber, die wir heute hier stehen, wir verdanken den mutigen Bürgern von damals viel. Wir verdanken ihnen, dass wir heute nicht mehr um unser Leben fürchten müssen. Wir leben in Sicherheit und in Freiheit, weil die Generationen vor uns dafür gestritten haben. 
Aber wir sind träge geworden. Wir alle, die wir hier stehen und wir alle, die wir zu Hause geblieben sind: Wir sind träge geworden! Wir haben aufgehört zu kämpfen, weil unsere Rechte, unsere Freiheit für uns selbstverständlich geworden ist. Dabei müssten wir diese Werte ständig verteidigen! Wir leben in Freiheit, weil Andere sie uns erstritten haben. Und wir schulden es diesen Menschen, dass wir diesen Kampf fortführen! Wir schulden es Ihnen, dass wir die Werte der Freiheit, der Demokratie, der Bürgerrechte und der Mitbestimmung verteidigen. Denn wenn wir sie nicht verteidigen, dann werden sie verschwinden. Werte kann man nicht einsperren, Freiheit nicht in Ketten schlagen: Man muss sie ständig erneuern, sonst verschwinden sie!
Und genau dies ist geschehen in den letzten Jahren. Wir sind träge geworden.
Wir akzeptieren ohne zu murren, dass der Staat uns alle verdächtigt. Konrad Adenauer, die Ikone der CDU, meinte noch, dass man keinen Fingerabdruck im Ausweis bräuchte. Die Deutschen seien kein Volk von Verbrechern. Und heute? Heute ist nicht nur der Fingerabdruck im Ausweis! Was habt ihr verbrochen, was habe ich verbrochen? Nichts! Aber in den Augen der Regierung sind wir alle verdächtig. Was die Menschen vor 50 Jahren nie akzeptiert hätten, das nehmen die Deutschen heute einfach so mit!
Freiheit die man nicht verteidigt, die stirbt!
1983 kämpften die Menschen dafür, dass der Staat sie nicht als Nummern erfasst. SIe kämpften für ihr Recht freie Individuen zu bleiben und sie kämpften gegen den Zensus. Und heute? Heute interessiert sich niemand dafür! Und deshalb wird die Vollerfassung kommen, so sicher wie wir hier stehen!
Freiheit die man nicht verteidigt, die stirbt!
Das Hambacher Fest 1832, es war ein Kampf für Meinungsfreiheit. Es war ein Kampf dafür, dass Menschen in Freiheit leben können ohne Angst zu haben vor dem Staat. Ein Kampf für Demokratie. Und heute? Heute akzeptieren wir, das der Staat alle unsere Bewegungen erfasst. Die Vorratsdatenspeicherung ist aktueller als je zuvor. Und nichts tut sich dagegen!
Freiheit die man nicht verteidigt, die stirbt!
Und das Hambacher Fest war ein Kampf gegen staatliche Zensur. Gegen eine Zensur, die Demokratie unmöglich macht. Gegen eine Zensur, die uns vorschreibt was wir zu denken haben. Und heute? Heute wird das Zugangserschwerungsgesetz wieder angeschaltet. Denn es ist ja nur für die Kinder.
Es ist nicht für die Kinder, es ist gegen sie! Das Zugangserschwerungsgesetz nimmt den Kindern das, für was die Menschen in Hambach gekämpft haben: Die Freiheit ihre Meinung zu sagen! 
Sicher, man meint es ja nur gut. Man will ja keine Meinungen zensieren, man will nur Verbrechen verhindern. Das sagen die Innenminister von heute! Und was sagen die von morgen? Wir müssen HEUTE schon dafür sorgen, dass der Machtmissbrauch von morgen gar nicht stattfinden kann. Wir müssen heute gegen die Diktatoren von morgen kämpfen!
Ich sage es ganz offen: Der Polizei von heute vertraue ich. Aber der von morgen kann ich nicht vertrauen, denn ich kenne sie nicht!
Und Freiheit, die man nicht verteidigt, die stirbt!
Wir können nicht träge werden. Wir können nicht sagen, dass wir unsere Bürgerrechte haben. Es gibt nicht den einen Kampf für Bürgerrechte und danach ist gut - wir müssen ständig für unsere Rechte kämpfen! Es gibt nicht ein Hambacher Fest, es gibt tausende! Wir müssen jeden Tag ein Hambacher Fest feiern!
An dieser Stelle zitiere ich sehr gerne einen weiteren CDU-Politiker: Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!
Wir brauchen wieder eine Politik, die sich für die Bürger einsetzt und nicht gegen sie!
Durch Deutschland muss ein Ruck gehen! 
Denn wir können nicht mehr so tun, als sei alles in Ordnung. Wir können aber auch nicht nur schimpfen und kritisieren, es hilft nicht nichts zu tun.
Wir können nicht länger hinnehmen, wie die Mächtigen im Land uns verarschen. Der schrittweise Abbau der Bürgerrechte, die nach-und-nach Entmachtung der Parlamente, der Übergang von der Demokratie zur Parteienherrschaft – das können und das dürfen wir nicht länger einfach so hinnehmen!
Durch Deutschland muss ein Ruck gehen – und er muss die Macht im Land gründlich erschüttern. Sie müssen noch lernen, dass es nicht mehr so weitergeht.   Sie müssen lernen, dass das Volk wieder da ist!
Durch Deutschland muss ein Ruck gehen: Und WIR müssen dieser Ruck sein!
WIR müssen durch Deutschland gehen und wir müssen für die Rechte jedes einzelnen kämpfen! Für Ehrlichkeit und Meinungsfreiheit, für Mitbestimmung und Demokratie! Für Humanismus in einem liberalen Land!
Wir haben den Vorteil, dass frühere Generationen für uns gekämpft haben. Wir müssen noch keine Angst vor Verfolgung und Unterdrückung haben. Wir brauchen keine Waffen. Wir brauchen nur uns. Wir brauchen unser Engagement, wir brauchen unsere Kraft. Wir müssen uns ständig daran erinnern, wer wir sind, woher wir kommen und welche Schuld wir gegenüber unseren Vorgängern haben!
Wir leben in einem kapitalistischen System. Der Kapitalismus aber sagt: Stillstand ist Rückschritt. Wir dürfen also nicht damit zufrieden sein, was wir haben. Der Kampf um Freiheit, Demokratie, der Kampf um Bürgerrechte und Mitbestimmung - es darf kein Stellungskrieg mehr sein. 
Es geht nicht darum, dass wir die aktuellen Rechte verteidigen – denn es sind bereits zu wenige. Wir müssen neue schaffen. Freiheit wird immer definiert durch ihre Grenzen, aber diese Grenzen können und müssen wir ausdehnen!
Die Regierung sagt, das Grundgesetz sei dehnbar? Ich sage: Es muss zurückschlagen!
Wir sind Piraten. Und Piraten sagen nicht "Klarmachen zum stillstehen" - wir sagen "Klarmachen zum ändern"! Also lasst uns endlich damit anfangen dieses Land zu verändern! Lasst uns damit anfangen, wieder für unsere Freiheit zu kämpfen! Wir haben Werte! Wir kämpfen für Demokratie und Bürgerrechte, Meinungsfreiheit und Mitbestimmung! Und wir dürfen diese Werte nie vergessen, sondern müssen sie ständig erneuern!
Wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben die Rechte nur ein bisschen einzuschränken: Wir müssen sie verteidigen, stärken, neue Rechte schaffen. Auch die aktuelle Demokratie ist nie gut genug. Wir müssen immer mehr Beteiligungsmöglichkeiten schaffen, die Demokratie immer weiter verbessern.
Wir dürfen nie zufrieden sein - sonst verlieren wir alles! Nicht von heute auf morgen. Die Freiheit verlieren wir nicht in einem großen Krieg oder mit einem Gesetz. Wir verlieren sie nicht an eine Regierung. Wir verlieren sie nach und nach! Wir verlieren Freiheit, weil sie uns nicht mehr wichtig ist. Und das dürfen wir nie mehr zulassen!
Mein Name ist Sebastian Nerz und ich sage: Klarmachen! Zum! Ändern!

Blog reactions

Die Rede von Sebastian Nerz (tirsales) gibt es in Textform in seinem Blog. Mehr Bilder (auch vom Demozug selbst) gibts von SlickRights in einer Dropbox. Trackback URL for this ...
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Flattr
  1. Am 2. Juni: Hinauf zum Hambacher Schloss! | Flaschenpost (nicht überprüft) on 25. Mai 2012 - 12:28

    [...] und Sebastian Nerz hielt damals anlässlich der rheinland-pfälzischen Landtagswahlen eine kurze Rede. Wer 2012 dabei sein möchte, sollte mit Lars Matti Kontakt aufnehmen,der die Teilnahme der Piraten [...]

  2. wailian (nicht überprüft) on 17. Februar 2012 - 12:14

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