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Oder, frei nach Margarete in Goethes Faust:

Nach der Regierung drängt, An der Regierung hängt Doch alles. Ach wir Armen!

Wenn man die Berichterstattung der letzten Wochen und Monate verfolgt drängt sich das Gefühl auf, dass es keine wichtigere Frage gibt als "Mit wem wollen Sie koalieren?". Und dabei sind die Antworten wenig überraschend, wenig verbindlich und wenig sinnvoll. Die Grünen koalieren mit den Roten, die Gelben mit den Schwarzen, niemand mit den Dunkelroten und ganz sicher nicht die Schwarzen mit den Roten. Außer nach der Wahl, da ist dann erst einmal alles offen. Die Koalitionsfrage ist eines jener sinnentleerten Rituale der deutschen Politik geworden. Böse Vergleiche mit mehr-oder-weniger treuen Protagonisten erfolgreicher US-Soaps drängen sich auf. Da beteuern auch alle telefonisch ihre Treue zum jeweiligen Partner während sie das Bett einer dritten Person verlassen.

Die Piratenpartei hat sich diesem Ritual bislang entzogen. "Wir machen Koalitionen auf Grund inhaltlicher Übereinstimmungen und nicht auf Grund der Parteifarbe." ist dann die Standardaussage. Eine zweite (vor Allem von mir) ist noch, dass diese Frage sich aktuell gar nicht stellt. Beides komplett richtig - und nichts desto weniger trotz auch nicht wirklich sinniger als die obigen Standards. Zudem werden diese Aussagen häufig entweder als "Bekenntnis zur Fundamentalopposition" oder als "Die wollen sich nicht festlegen" missverstanden. Beides könnte falscher nicht sein. Ich picke da mal zwei Tweets von Volker Beck als beispielhaft heraus: Read more »

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Beim Bundesparteitag 2012.1 habe ich CICERO ein kleines Interview gegeben, es wurde jetzt veröffentlicht: „Die Grünen sind angepasst“

(Anmerkung: Ich stelle mein Blog demnächst ein bisschen um, aktuelle Interviews verlinke ich dann direkt, so dass sie nicht so störend im Blogfluss stehen)

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4. Mai 2012 - 14:04 | 5 Kommentare

In der Piratenpartei gab es kürzlich eine Debatte um die Bezahlung von Vorständen. Dabei gab es u.A. den Einwand, dass die Vorstände Möglichkeiten schaffen sollten, wie man sie mit Spenden unterstützen könne. Dann würde schon genug Geld zusammen kommen.

Ich bezweifel das ;) Es würde mich ehrlich freuen, dann könnte ich mehr Zeit in die Partei stecken. Also probiere ich es aus.

Links ist also ein Flattr-Button für das Blog als solches - wenn ihr wollt, könnt ihr einmal pro Monat (IIRC) draufklicken. Für die Blogbeiträge bräuchte ich noch ein datenschutzkonformes Flattr-Modul und mir fehlt derzeit die Zeit, es selbst zu programmieren. Mal schauen, vielleicht komme ich noch dazu. (Benötigt wäre eine 2-Klick-Lösung vergleichbar den entsprechenden G+/Twitter/Facebook-Buttons, damit nicht bei jedem Seitenbesuch eine Meldung an Flattr rausgeht)

edit: Sollte jetzt funktionieren. Danke an voxpelli für den Hinweis auf Flattr Auto-submit.

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Ich bin ein begeisterter Nutzer der Tauchplatz-Datenbank auf taucher.net. Nur stört mich dabei, dass es keine Übersicht gibt - keine Anzeige der Tauchplätze. Da ich gestern eh einen HTMLParser testen musste, habe ich mal eine erstellt. (den JAVA-SourceCode kann ich bei Bedarf auf Anfrage zur Verfügung stellen. Aber da das Teil tatsächlich taucher.net aufruft und die Seiten runterlädt, mache ich den Code nicht öffentlich. Wäre nicht fair den Servern gegenüber ;) )

Ihr findet sie hier. Die Einträge stammen ungefiltert aus der Datenbank, sie verlinken jeweils auf den entsprechenden Eintrag.

Liebes taucher.net-Team: Auf meine Anfragen habe ich leider keine Antworten erhalten. Wenn euch die Karte stört sagt Bescheid, dann entferne ich sie ganz brav wieder. Wenn ihr sie haben wollt - auch kein Problem, den Code stelle ich gerne zur Verfügung ;)

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Grundsatzfragen

2. Mai 2012 - 21:31 | 8 Kommentare

Seit vergangenen Samstag habe ich jetzt ja etwas mehr Zeit. Einen Teil davon würde ich gerne in die inhaltliche Arbeit stecken. Oder genauer: In die organisatorische Begleitung dieser Arbeit.

Mir persönlich ist es wichtig, dass wir zu den relevanten Themengebieten grundsätzliche Fragen beantworten. Also nicht "hier ist ein konkretes Modell für die EU-Verträge" sondern "Wohin wollen wir mit Europa?". Das bedeutet nicht, dass wir die Detailfragen weglassen sollen - im Gegenteil - aber wir sollten eben in allen Bereichen zumindest die grundsätzliche Einigung erreichen. Erfahrungsgemäß macht das auch die späteren Detaildebatten einfacher.

Ich überlege nun eine AG gründen die es sich zum Ziel setzt, diese Grundsatzpositionen auszuarbeiten und in die interne Debatte zu kippen. Wohlgemerkt geht es dabei NICHT darum jeweils einen Vorschlag zu erarbeiten - sondern ein paar unterschiedliche. 5 unterschiedliche Visionen für Europa, die ungefähren Bedeutungen davon - dann eine Debatte darüber anzustoßen. Ziel könnte sein, dass auf dem nächsten BPT zwischen diesen unterschiedlichen Grundsatzvisionen entschieden wird.
Dann haben wir in diesem Bereich Texte "aus einem Guß" (sprachlich ja nicht ganz unwichtig) und gleichzeitig eine gewisse Einigkeit erreicht.

In dieser AG wäre es wichtig, dass konstruktiv und sachlich gearbeitet wird. Es geht bei der Erarbeitung der Texte nicht um eine Konsenssuche. Ich erwarte von Mitarbeitern also, dass sie über ihre eigene Meinung hinweg sehen und bspw. Fehler anmerken können. Oder dass sie auch bei divergierender Meinung Vor- und Nachteile von Konzepten aufzeigen können. Ich erwarte auch, dass gleichzeitig an unterschiedlichen Konzepten gearbeitet wird (nicht immer von den selben Personen).

Der Zeitrahmen ist eng genug. 3 Monate Erarbeitung mit beginnender paraller Debatte, 3 Monate intensive Debatte, BPT ..

Was haltet ihr davon? Read more »

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Autorisierung und Fragen

23. April 2012 - 16:21 | 1 Kommentar

Kürzlich hat mich ein Journalist gefragt, wieso ich auf eine Autorisierung von Interviews bestehe. Das wäre doch unehrlich. Aus meiner Sicht ist es gerade andersrum - eine Autorisierung erzeugt "Waffengleichheit" zwischen Journalist und Politiker.

Zum Einen vermeidet sie Missverständnisse. Ein "Nicht" wird schnell man überhört und dann ist die Piratenpartei plötzlich gegen Datenschutz. Zum Zweiten sind die gedruckten Stellungnahmen in den seltensten Fällen auch so gefallen. Teilweise hat man noch nicht einmal über das Thema selbst geredet, ich hatte schon Zitate, die der Journalist aus "dem was ich über sie weiß" erschlossen hat. Nun ja ...

Ein Interview läuft sehr häufig als Gespräch ab. Häufig entsteht daraus dann ein längerer Fließtext, in den (mehr oder weniger sinngemäß) zitierte Aussagen einfließen. Da diese Aussagen so nicht gefallen sind, bestehe ich auf einer Autorisierung. Häufig geht es bei den Veränderungen nur um den Wortlaut. Teilweise werden aber auch mehrere Aussagen zusammengefasst, vereinfacht oder auf neue Situationen angewendet. Selbst bei der Interviewform (also wenn Fragen und Antworten veröffentlicht werden) sind die Gespräche fast nie so gelaufen, wie sie gedruckt wurden. Beinahe immer werden die Fragen bspw. nachträglich verändert - der Journalist stellt im Gespräch eine Frage, es kommt eine Antwort, diese wird (gekürzt und leicht modifiziert) gedruckt und die gedruckte Frage ist eine völlig andere.

Ein Beispiel? (fiktiv im Wortlaut, korrekt im Sinn)

"Was sagen Sie zu der Aussage von Martin Delius bzgl. des Vergleiches von NSDAP und Piratenpartei?" im Gespräch und "Martin Delius verglich die Piratenpartei mit der NSDAP. Fordern Sie seinen Rücktritt?" im Text. Natürlich kann mit solchen Veränderungen auch der Sinn einer Antwort völlig zerstört werden (im konkreten Beispiel eher weniger. Aber es fließen teilweise auch Unterstellungen mit in die Frage ein oder neue Fakten werden erwähnt). Read more »

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Kurz notiert: Programmfindung

22. April 2012 - 11:43 | 9 Kommentare

Disclaimer vorab: Text ist in Eile entstanden. Verzeiht bitte sprachliche oder inhaltliche Fehler bzw weist mich darauf hin. Ich überarbeite ihn noch. Ich werde aber nicht auf Diskussionen verlinken. Die gab es z.T. über Twitter (mit und ohne meine Beteiligung), in ML, auf Stammtischen, im Wiki, in LQFB, etc. Jede Verlinkung wäre nur ein kleiner Ausschnitt - wen das Thema interessiert, der kann es sich selbst ergooglen.

Wie kann eine basisdemokratische Partei zu Entscheidungsfindungen kommen? Ansätze dazu gibt es zig unterschiedliche, jeder davon hat Nachteile und jeder hat Vorteile. Unser derzeitiges Modell funktioniert (massiv vereinfacht) so:

Entscheidungen werden nur auf dem BPT getroffen. Zu diesem kann jeder kommen, jeder kann Anträge stellen, eine Überprüfung der Anträge (oder Antragshürden) gibt es nicht. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass seine Anträge ausreichend diskutiert werden. Als Hilfsmittel dafür gibt es LQFB, diverse Arbeitsgruppen, Vorbereitungstreffen sowie ein Antragsportal (das der Debatte aber nur begrenzt hilft). Read more »

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Da dies in letzter Zeit immer wieder für Irritationen gesorgt hat: Nein, ich wohne nicht in Berlin. Ich wohne in Tübingen. Tübingen liegt ganz in der Mitte von Baden-Württemberg. (Der geografische Mittelpunkt von BaWü ist ein paar hundert Meter von meiner Wohnung entfernt).

Im Gegensatz zu den Vorständen anderer Parteien arbeiten die Vorstände der Piratenpartei rein ehrenamtlich und keiner von uns sitzt im Bundestag. Aber irgendwoher muss das Geld noch kommen - wir haben also noch Jobs nebenher. In meinem Fall ist das eine 75%-Stelle als Softwareentwickler in Tübingen. Ein Umzug nach Berlin wäre also schwierig und ist derzeit nicht geplant.

Wann bin ich in Berlin? Relativ regelmäßig. In manchen Monaten etliche Male, es gab aber auch schon einen Monat ohne Berlinausflug. Zum Teil mal einen halben Tag, manchmal auch eine Woche. Je nach Terminkalender lässt sich ein Ausflug kurzfristig einrichten oder eben nicht. Aber die Termine liegen mittlerweile im ganzen Bundesgebiet verstreut - nächste Woche bspw. in Baden-Baden, Köln/Düsseldorf, Tübingen, Stuttgart, Berlin und im Schwarzwald - und ich versuche Ausflüge für einzelne Gespräche zu vermeiden. (Es lohnt sich nur begrenzt 7h im Zug zu sitzen, 30min zu reden und wieder 7h zurück zu fahren). Und ja, die Zeiten in Berlin sind normalerweise eng mit Terminen gefüllt.

Entsprechend sind Interviews oder Gespräche via Email oder Telefon relativ problemlos, Treffen in Berlin richten sich nach meinem Terminkalender und solche in Tübingen sind normalerweise problemlos.

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Frau Nessy hat in ihrem Blog einen kurzen Beitrag "Liebe Generation meiner Eltern" geschrieben. Zum Lesen unbedingt empfohlen! Und lest danach noch die paar kurzen "Ergänzende Worte zu den Piraten"!

Auch wenn ich jünger bin als sie und ihr nicht überall zustimme - ich musste häufiger nicken ;)

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Ich gebe es zu: Ich bin Softwareentwickler und ich mag Dilbert. Und weil mir ein Dilbert pro Tag nicht ausreicht, lese ich auch ab und an in den Archiven nach. Gerade eben bin ich über 08-06-2000 (No-Flash Version) gestolpert.

Ich musste im ersten Moment lachen. Der böse Catbert hat mal wieder fiese Ideen und die schweigsamen Mitarbeiter lassen alles über sich ergehen. Aber dann stutze ich. Read more »

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