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Ein Rant gegen die Open Source Rants

15. April 2014 - 7:27 |

War ja klar: Jetzt wird gegen Open Source Software allgemein geranted. Als ob der OpenSSL-Bug eine Folge von "Open Source" vs "Closed Source" wäre. Java, Flash & Co habt ihr mitbekommen, oder? Das mit den tonnenweise Sicherheitslücken ... Oder im Internet Explorer, in Windows oder aktuell "Goto Fail" bei Apple?

Open Source ist nicht fehlerfrei. Sie hat das Potential besser zu sein als Closed Source - weil Reviews einfacher möglich sind, weil Tester sich einfach eine Kopie ziehen und evaluieren können (ich habe schon Sicherheitsfehler in Open Source gesucht und gefunden und ich konnte es NUR deshalb, weil es Open Source war). Aber sie ist es nicht notwendigerweise. Auch Open Source Software hat Fehler.

JEDE Software hat Fehler. Das ist einfach so. Das ist keine Entschuldigung - ein Bug ist ärgerlich, er sollte nicht passieren, wir müssen daraus lernen und uns mehr Mühe geben, ihn in Zukunft zu vermeiden. Aber Open Source oder Closed Source - das ändert an "es gibt Fehler" einfach mal gar nichts.

Ihr wollt mehr Sicherheit für zentrale Software? Okay. Dann spendet Geld an die Open Source Projekte oder (mein Favorit aktuell!) spendet Geld an Bug Bounty Programme. (Ganz ernsthaft: Bug Bounty Programme sind eine wirklich wundere Möglichkeit Sicherheitsfehler suchen zu lassen ;) )

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Kurz notiert: Prophecies into the past

11. März 2014 - 9:46 |

Ich habe ein neues Blog gestartet: Prophecies into the past - dort werde ich über #DFIR (Digital Forensics and Incident Response) bloggen, wenn ich gerade mal dazu komme ... Nur falls es jemanden interessiert ;)

Hier werde ich zu dem Thema entsprechend relativ wenig schreiben.

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Kurz notiert: Liberalismus ist ... (1)

20. Februar 2014 - 10:24 |

Aus der beliebten Reihe "Kurze Gedanken, unsortiert runtergetippt": Liberalismus ist die Ortientierung an der Freiheit der Menschen. Ein moderner Liberalismus ist ein JA-Liberalismus. Er versucht eine Gesellschaft zu ermöglichen, die für ihre Nachkommen ein Maximum an Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten erreichen will. Die Freiheit des Menschen steht aber immer im Hintergrund der Gedanken und des Handelns.
Ein solcher Liberalismus kann nicht links oder rechts sein, er muss versuchen zwischen den Extremen zu vermitteln ohne selbst Extrem zu sein. Ein solcher Liberalismus kann nicht diskriminierend sein, er muss gegen Diskriminierung vorgehen. Ein solcher Liberalimus muss tolerant sein - Toleranz bedeutet aber nicht die Akzeptanz anderer Meinungen.

Ein solcher Liberalismus muss sozial sein, denn in unserer Gesellschaft ist die Freiheit der Mehrheit von einem sozialen Staat abhängig. Ein solcher Liberalismus kann aber nicht sozialistisch sein, weil die Unterdrückung wirtschaftlicher Freiheit ebenfalls nicht freiheitlich sein kann.

Ein solcher Liberalismus ist ökologisch, weil nachfolgende Generationen nur in einer intakten Umwelt funktionieren können. Er kann aber nicht ökoradikal sein, weil die Abschaffung eigener Freiheit mittelfristig nicht mehr Freiheit ermöglichen kann.

Ein solcher Liberalismus ist keine Frage des Herzens, sondern des Verstandes. Er bewertet Vorschläge auf Basis der Einschätzung, welche positiven und negativen Effekte für die langfristige Freiheit der nachfolgenden Generationen, der Menschen und der Gesellschaft (in dieser Reihenfolge) die Vorschläge haben. Eine solche Abschätzung ist rational und niemals emotional.

Ein solcher Liberalismus ist nicht Links, er ist nicht Rechts. Er bemüht sich um eine Positionierung in der Mitte. Read more »

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Tätigkeitsbericht BuVo 2012-2013

9. Dezember 2013 - 10:18 |

Ich wurde gerade darauf hingewiesen, dass mein Rechenschaftsbericht noch nicht im Wiki ist. Sorry - dachte er wäre online.

Aus praktischen Gründen also hier:

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Name: Sebastian Nerz

Funktion: Stellv. Bundesvorsitzender

Berichtszeitraum: 29. April 2012 bis 30. November 2013

(Stand: 17. November 2013)

1. Formelle Aktivitäten

Die Teilnahme an den regelmäßigen virtuellen Vorstandssitzungen erfolgte regelmäßig, genauso wie die Erledigung des Brief- und Email-und sonstigen Geschäftsverkehrs. Nicht alle Einzelanliegen konnten im Berichtszeitraum beantwortet werden. Nicht alle Bürger- oder Mitgliederanfragen wurden beantwortet. Zum Teil hatte dies zeitliche Gründe und einzelne Anfragen wurden priorisierten Arbeiten nachgeordnet, zum Teil erfolgt eine Weiterleitung an Zuständige oder erfolgte eine Bearbeitung durch meine Assistentin. Anfragen wurden aber stets zur Kenntnis genommen.

Neben den virtuellen Vorstandssitzungen wurden die Präsenzsitzungen des Bundesvorstands in den verschiedenenen Städten regelmäßig besucht. Bedingt durch Krankheit und die Geburt meines Sohnes ist die Teilnahme an zwei Sitzungen ausgefallen.

Zu meinen Aktivitäten gehörte auch das Einholen von Stimmungsbildern, die Vermittlung der Tätigkeiten und Entscheidungen des Bundesvorstandes, die Klärung von Streitigkeiten zwischen Landesverbänden und/oder Mitgliedern mit dem Bundesvorstand. Diese wurden wahrgenommen oder im Sinne der Geschäftsordnung des Bundesvorstandes weitergegeben. Read more »

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Die Rede, die ich in Bremen nicht hielt

2. Dezember 2013 - 13:19 |

Liebe Piraten,

während dem BPT vergangenes Wochenende habe ich mir mehrfach überlegt, ob ich nicht einen kleinen Blogbeitrag über selbigen verfassen soll. Ich war zwischendurch ein bisschen verärgert. Aber das ist bei politischer Betätigung nicht ungewöhnlich und Verärgerung ist selten ein guter Ratgeber. Ich veröffentliche hier daher nur das Manuskript meiner Rede von Bremen, die ich allerdings nie gehalten habe. Ursprünglich hatte ich um einen Redeslot gebeten und diesen erhalten. Er fiel dann wieder hinten runter. Warum auch immer. [1] Wie immer entspricht dieses Manuskript nicht wörtlich der Rede, die ich gehalten hätte. Ich mache mir zu Reden nur noch Notizen und nehme diese dann meistens nicht mehr auf die Bühne mit. Hier schreibe ich jetzt also die Rede aus meinen Notizen. Und ich bitte jetzt einfach darum mir zu glauben, dass sich auch tatsächlich alle Punkte in meinen Notizen wiederfinden ;-) [2]

Hallo Piraten,

wir haben viel erreicht in den letzten vier Jahren. Mehr, als wir es uns 2009 hätten träumen lassen. Es ist vor Allem ein Verdienst der Piratenpartei, dass es jetzt tatsächlich eine politische Beschäftigung mit dem Internet abseits der Überwachungsdebatte gibt. Es ist uns zu verdanken, dass Transparenz in die Diskussion genommen wurde und es Mitgliederentscheide bei Grünen und SPD gab. Aber das ist mittlerweile nicht mehr wichtig. Es kann und darf für unsere Selbstbewertung nicht relevant sein, was wir erreicht haben – sondern was wir hätten erreichen können. Wir dürfen nicht in der Vergangenheit leben, sondern wir müssen Weichen für die Zukunft stellen. Vergangene Erfolge haben da wenig wert, wenn wir sie nicht wiederholen können.

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Re: Gegen Schengen-Routing

20. November 2013 - 14:10 |

Eben erreicht mich eine EMail mit einer Reaktion auf meine PM gegen das Schengen-Routing. Da "tut-nichts-zur@sache.de" vermutlich keine reguläre Emailadresse ist, hier die (schnell zusammengetippte) Antwort:

Hallo,

Am 2013-11-20 13:55, schrieb tut.nichts.zur@sache.de:
> ein Leser von Heise Online hat eine Nachricht mit dem Kontaktformular
> auf  http://www.tirsales.de/contact geschickt.
>
> Was ist denn Ihre Anwort auf die Überwachung der NSA, Vorschläge zu
> kritisieren ist generell einfach. Von den Piraten habe ich bisher noch
> keinen  konstruktiven Beitrag vernommen was zu tun wäre. Ihr Beitrag

Oh Bitte. Die Piraten haben bislang die meisten Vorschläge zu dem
Thema geliefert - einige wurden später auch von anderen Parteien
aufgegriffen.
Für einen ersten Blick über meine Forderungen:

http://www.tirsales.de/blog/tirsales/2013/07/26/15-folgen-aus-dem-abhoer...
http://www.tirsales.de/blog/tirsales/2013/09/06/5-notwendige-staatliche-...

> liest sich eher  so als wenn man die Daten lieber den amerikanischen
> Diensten geben sollte  statt sie im Inland möglicher Weise von den
> eignen Leuten überwachen zu  lassen??? Tolle Logik - scheinbar werden
> Sie von den Amerikanern für IIhre  Statements bezahlt

Die Daten werden derzeit vor Allem vom GCHQ abgefangen. Der sitzt in der EU. Die NSA braucht daher kein Routing über die USA - im Gegenteil, die erfreut sich an dem Routing über UK. Oh und die Dienste haben sich bei europäischen Betreibern eingehackt und schnorcheln da Daten ab. Das würde nochmal verstärkt werden, wenn andere Umwege bspw. über Osteuropäische Staaten wegfallen würden. Read more »

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Entscheidung für einen Bundesvorsitzenden

6. November 2013 - 10:38 |

Beim kommenden Bundesparteitag steht die Wahl eines neuen Bundesvorstandes an. Sowohl Bernd als auch ich haben eine Kandidatur zum Bundesvorsitz bereits abgelehnt. Ich selbst habe mich bislang nicht öffentlich dazu geäußert, wen ich für einen Posten wählen werde - einfach auch deshalb, weil ich mir eine etwaige Zusammenarbeit im Team nicht von vorneherein erschweren oder meine eigenen Kandidaturen (positiv oder negativ) beeinflussen wollte.

Dieses Mal kandidiere ich nicht, ich werde nicht mehr im neuen BuVo präsent sein.

Und ich werde Stefan Körner (Sekor) wählen, wenn es um das Amt des Bundesvorsitzenden geht. Read more »

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Ein ganz normaler Tag

15. Oktober 2013 - 12:22 |

Den folgenden Text hatte ich auf der Hochphase der Snowden-Debatte (wenn man überhaupt von einer Hochphase reden kann, das Ganze kocht ja eher auf Sparflamme) für eine deutsche Zeitung geschrieben. Sie hat sich dann wenig überraschend doch gegen die Veröffentlichung entschieden, jetzt packe ich ihn hier hin.

Anmerken muss ich aber, dass es noch bedeutend mehr Überwachung gibt, als in diesem kurzen Text beschrieben. Zum Einen wurden mehr Details der Totalüberwachung aus den USA oder der (meiner Meinung nach verfassungswidrigen) Überwachung durch den BND bekannt. Zum Zweiten ist der Text notwendigerweise gekürzt.

Ein ganz normaler Tag im Alltags-Prisma

Ich bin kein Terrorist, das hat mir der Staat bescheinigt. Ich bin Großfeuerwerker und benötige als solcher eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Der Staat hat mir also bescheinigt, dass ich vertrauenswürdig genug bin, Sprengstoff zu besitzen. Und dennoch überwacht der Staat quasi jeden meiner Schritte. Ihre übrigens auch:

Es ist ein Tag wie jeder andere. Vor dem Aufstehen werfe ich einen Blick auf mein Handy, beantworte ein paar E-Mails. Dann lese ich eine Nachrichtenseite und gehe duschen.

In dieser kurzen Zeitspanne wurde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit in mehreren Datenbanken erfasst, die entweder direkt vom Staat betrieben werden oder auf die er Zugriff nehmen kann. Die Einwahl in meinen Internetzugang wird beispielsweise von meinem Provider registriert und gespeichert. Genauso, wann und wie lange ich aktiv war. [1] Read more »

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Generationenliberalismus

29. September 2013 - 13:20 |

In letzter Zeit habe ich ab und an getwittert, dass wir einen neuen Liberalismus brauchen. Dem eine tatsächlich primär freiheitlich orientierte Politik ist aktuell im Bundestag nicht mehr vertreten. Für mich ist eine der Ursachen dafür, dass der heutige Liberalismus für eine andere Gesellschaft entworfen wurde und heute veraltet anmutet. Er konzentriert sich kritisch (Piraten) oder unkritisch (FDP) auf Wirtschaft und vergisst, die Zukunft zu gestalten. Für mich bedeutet dies, dass wir einen neuen Liberalismus gestalten müssen.

Das Schlagwort für mich lautet Generationenliberalismus. In nächster Zeit werde ich dazu ein bisschen was schreiben - und irgendwann eine parteiübergreifende Konferenz dazu gestalten.

Wenn ich euch also in nächster Zeit mal anrufe - egal ob Piraten, FDP oder anderswo .. Legt nicht gleich auf. Ihr habt mich beeindruckt und ich habe eine Bitte.

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Deutschland muss in Psychotherapie

20. September 2013 - 14:05 |

Ich bin natürlich kein Psychiater oder Psychologe. Aber stellen Sie sich einmal folgende Situation vor. Ein Patient kommt zum Arzt. Dort wiederholt er immer wieder die Worte "Sie wollen mich töten" oder faselt davon, dass der Koffer im Wartezimmer gleich explodieren wird. Eine "internationale Verschwörung" verfolge ihn (den Patienten) und wolle "ihn in die Luft jagen und wenn sie selbst dabei sterben".

Die meisten mir bekannten Ärzte würden nun erst einmal den Patienten auf Paranoia und/oder Angststörungen untersuchen.

Was hat dies mit Deutschland zu tun? Die Debatte um Terrorismus nimmt solche krankhaften Züge an. Tatsächlich ist es deutlich gefährlicher im Sommer schwimmen zu gehen. Jeder von uns lebt jeden Tag mit einer ganzen Reihe von Risiken. Realistisch betrachtet gehört dazu beispielsweise die Benutzung eines Treppenhauses (stolpern, stürzen, sterben!), öffentlicher Straßen (einen Moment nicht aufgepasst und von einem fallenden Klavier erschlagen), der Besuch beim Arzt oder im Krankenhaus (jedes Jahr sterben tausendfach mehr Menschen an Infektionen durch Krankenhausbesuche als an Terrorismus) oder die Verwendung eines beliebigen Haushaltsgerätes zu diesen Risiken. Terrorismus? Statistisch betrachtet gehört Terrorismus nicht in diese Aufzählung, wenn man nicht gerade in Hochrisikoländern wie dem Irak oder Afghanistan gehört. Selbst der Tod durch Flugzeugabstürze oder ein Lotteriegewinn sind wahrscheinlicher als Opfer eines Terroranschlags zu werden.

Also - realistisch betrachtet haben wir kein Terrorrisiko in Deutschland. Soweit die Fakten.

Dennoch. Wir haben Angst. Das zu leugnen wäre falsch. Jeder von uns schleppt eine diffuse Angst mit sich herum, dass dieser Koffer doch explodiert, jener Bärtige ein Terrorist ist - und der Nachbar sowieso ein Serienmörder. Das ist normal - das ist geradezu menschlich. Den Terrorismus können wir nicht verstehen. Read more »

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